Was ist eine Sterilisation der Frau?
Bei der Sterilisation der Frau (Tubensterilisation) werden beide Eileiter unterbrochen. Danach können keine Eizellen mehr vom Eierstock in die Gebärmutter transportiert werden, und Spermien erreichen die Eizelle nicht mehr. Eine erneute Schwangerschaft wird so verhindert.
Alles andere bleibt, wie es ist: Die Eierstöcke produzieren weiterhin ihre Hormone, der Monatszyklus und die Regelblutung bleiben erhalten, ebenso das Lustempfinden. Die Wechseljahre beginnen nicht früher. Die Sterilisation ist damit eine dauerhafte Verhütung ganz ohne Hormone.
Für wen ist der Eingriff geeignet?
Die Sterilisation ist eine Entscheidung für Frauen, deren Familienplanung sicher abgeschlossen ist – etwa weil keine weiteren Kinder gewünscht sind, hormonelle Verhütung nicht vertragen wird oder medizinische Gründe gegen eine weitere Schwangerschaft sprechen.
- Alter: Dr. Emadi führt die Sterilisation nicht bei Frauen unter 25 Jahren durch – bevorzugt erst ab etwa 30 Jahren.
- Endgültigkeit: Der Eingriff ist als dauerhaft zu betrachten. Eine Refertilisierung bieten wir nicht an.
- Bedenkzeit: Die Operation findet in der Regel einige Wochen nach dem ersten Beratungsgespräch statt.
Vorbereitung
- Beratungsgespräch mit Ultraschall – vor der Indikationsstellung führen wir eine Ultraschalluntersuchung durch
- Voroperationen – wenn Sie bereits im Bauchraum operiert wurden oder eine schwere Entzündung im Bauchraum hatten, bringen Sie bitte die Unterlagen (OP-Berichte) mit
- Labor – ohne bekannte Gerinnungsstörung ist laut Leitlinien keine Blutuntersuchung notwendig
- Aufklärung am Vortag – einen Tag vor der Operation findet die Aufklärung durch Dr. Emadi und durch den Narkosearzt statt
- Nüchtern – am Operationstag kommen Sie nüchtern in die Praxis
- Verhütung – bis zum Eingriff verhüten Sie wie gewohnt weiter; erst nach der Operation ist Geschlechtsverkehr ohne Verhütung möglich
Die Operation im Detail
Die Sterilisation erfolgt in laparoskopischer Technik (minimal invasive Chirurgie, MIC): Über sehr kleine Schnitte werden eine Kamera und feine Instrumente in den Bauchraum eingebracht, operiert wird unter Videosicht.
Vollnarkose
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose durch unseren erfahrenen Anästhesisten. Sie kommen nüchtern in die Praxis.
Drei kleine Zugänge
Ein Zugang im Nabelbereich für die Kamera, je einer im rechten und linken Unterbauch für die Instrumente – jeweils nur 0,5 bis 1,0 cm groß.
Darstellung der Eileiter
Beide Eileiter werden unter Videosicht sorgfältig dargestellt.
Clip & Durchtrennung
Jeder Eileiter wird mit Clips verschlossen und anschließend durchtrennt. Damit ist der Weg der Eizelle dauerhaft unterbrochen.
Wundverschluss
Die kleinen Hautschnitte werden mit resorbierbaren Fäden verschlossen und mit Pflastern versorgt, sodass eine Entfernung der Fäden nicht notwendig ist.
Aufwachraum & Entlassung
Nach der Überwachung im Aufwachraum gehen Sie am selben Tag nach Hause.
Die Operation selbst dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Mit Vorbereitung und Aufwachraum sollten Sie insgesamt rund drei Stunden in der Praxis einplanen. Nach der Vollnarkose dürfen Sie nicht selbst Auto fahren – bitte lassen Sie sich abholen.
Nachsorge & Ausfallzeit
- Tag 1 nach der OP – Kontrolle in der Praxis mit Ultraschalluntersuchung
- Nach einer Woche – Entfernung der Pflaster, erneute Ultraschalluntersuchung
- Alltag – normale alltägliche Tätigkeiten sind in der Regel schon bald wieder möglich, unterstützt durch Schmerzmedikamente
- Beruf – je nach Tätigkeit nach etwa einer Woche
- Sport & schwere körperliche Arbeit – nach etwa drei Wochen
Sterilisation der Frau oder Vasektomie?
Beide Eingriffe führen wir in unserer Praxis durch. Die Vasektomie beim Mann ist der kleinere Eingriff: Sie erfolgt in lokaler Betäubung, ohne Eröffnung des Bauchraums, wirkt aber erst nach einigen Wochen und nach Kontrolle des Samenergusses. Die Sterilisation der Frau erfordert eine Vollnarkose und einen laparoskopischen Eingriff. Welcher Weg für Sie als Paar der richtige ist, besprechen wir gern gemeinsam.






